Elektronische Post mit Signatur jetzt bei der Deutschen Post
Heute hat die Deutsche Post ihren neuen Dienst epost.de gestartet, der "verbindlich, vertraulich und verlässlich" sein soll. Grundsätzlich geht es darum, eine Möglichkeit zu schaffen, Dinge mit einer Art E-Mail zu erledigen, für die das Medium bisher zu unsicher war. Möglich wird das durch die Tatsache, dass sich sowohl Absender und Empfänger einer Nachricht verbindlich verifizieren lassen mussten (das geht per PostIdent). Positiv: Auch Empfängern, die nicht diesen Dienst nutzen oder gar nicht über einen Internetanschluss verfügen, können adressiert werden. Für diese Empfänger druckt die Post die "E-Mails" aus und stellt sie auf herkömmlichen Wegen zu. Damit keine Zugangsdaten für Briefsendungen unter falschem Namen missbraucht werden, ist zusätzlich zur einmaligen Registrierung per PostIdent auch noch die Verwendung des HandyTAN-Verfahrens vorgesehen. Beim Senden einer sicheren Mail muss der Benutzer also gleichzeitig eine TAN eingeben, die er auf sein Handy gesendet bekommt.
Geschäftskunden können sich an das Gateway der ePost einbinden lassen. Sie müssen dann sicherstellen, dass sie die Identität aller angebundenen Nutzer sicherstellen können. Eine Zustellung kostet übrigens 55 Cent, also genau so viel wie ein normaler Brief. Aber immerhin spart man sich ja Kuvert und Ausdrucken, und zusätzlich den Aufwand. Einen faden Beigeschmack hinterlässt natürlich die Tatsache, dass die Nachrichten nicht tatsächlich von Absender bis Empfänger verschlüsselt übertragen werden, denn die Post muss das Schreiben ja unter Umständen ausdrucken und kuvertieren. Ob diese Aufgabe tatsächlich bei der Deutschen Post angesiedelt sein sollte ist zumindest fragwürdig.
Eindeutiger Verlierer bei der ganzen Geschichte: De-Mail (alleine der Name ist schon schrecklich), das Projekt der deutschen Bundesregierung, das ähnliche Ziele verfolgt wie die ePost aber wohl frühestens in ein paar Monaten starten kann. Gerade bei Unternehmen stehen die Chancen gut, dass sie der gelben Post treu bleiben könnten, zumal die angebotene Lösung durchdacht und funktional ist. Abzuwarten bleibt, wie andere Hybrid-Mail-Dienste zum Beispiel von GMX oder Web.de durch das Angebot der Post beeinflusst werden. Auch kleinere Briefzusteller wie Brief24 oder die Nordbayern Post dürften unter dem Angebot zu leiden haben - persönlich kann ich mir zumindest gut vorstellen, statt konventionellen Briefen zukünftig ePost zu versenden, praktisch wie eine E-Mail, nur als Brief.