Google und die Netzneutralität – Update
Netztneutralität - das bedeutet, kurz umschrieben, dass alle Daten im Internet mit der gleichen Berechtigung, mit der gleichen Priorität ausgeliefert werden. Ganz egal ob Big Player wie YouTube oder die kleine Seite des lokalen Anglervereins - bisher hatten alle Pakete das gleiche Recht. Wuchs der Datenverkehr und damit die Wartezeiten an, galt das für alle, für Groß und Klein. Und genau an diesem Prinzip will Google jetzt schrauben. Berichten zufolge stehen Verhandlungen mit Verizon (gigantischer amerikanischer Infrastrukturkonzern) kurz vor dem Abschluss, die Google gegen entsprechende Bezahlung eine Höherpriorisierung der eigenen Dienste zusichern. Das heißt, wenn es knapp wird mit der Bandbreite, werden Google-Angebote trotzdem schneller ausgeliefert als die der Konkurrenz. Die Ironie daran ist, dass aus dem Gedanken der Gleichheit (alle haben die gleichen Chancen) Millionen von Start-Ups entstanden, darunter Google und Youtube. Den Netzbetreibern läge natürlich viel an einer entsprechenden Bezahlung, weil sie ihre Netze auf Grund der immer weiter steigenenden Datenraten (die Statistiken zufolge übrigens zu über 90% von Videoseiten sowie Tauschbörsen verursacht werden) natürlich auch ihre Netze immer weiter ausbauen müssen. Und auch wenn sich US-Präsident Obama noch vor kurzem für die Netzneutralität ausgesprochen hat - durch das Verhalten von Google ist sie in arge Bedrängnis geraten. Die Verlierer sind klar: Kleinere Unternehmen und Privatleute, die sich keine entsprechende Priorisierung ihrer Angebote leisten können. Außerdem steigt die Gefahr, dass immer mehr Angebote im Netz kostenpflichtig werden - der Verbraucher ist also auch direkt betroffen.
Update: Wie BasicThinking berichtet, haben Google und Verizon entgegen der Darstellung von SPON eine Vereinbarung FÜR die strikte Einhaltung der Netzneutralität getroffen - gute Neuigkeiten!