Einmal ist Keinmal! Das Medienblog

19Aug/100

Googles Lösung zum Datenschutz: Einfach den Namen ändern

Einer der Google-Chefs, Eric Schmidt, hat in einem Interview eine einfache Möglichkeit geschildert, den Datenschutz um die eigene Person zu bewahren und gleichzeitig eventuelle "Jugendsünden" aus dem Netz zu verbannen. Beim Erreichen der Volljährigkeit, oder auch später, sollte man einfach seinen Namen wechseln. Damit seien vergangene Lebensabschnitte nicht mehr über den dann aktuellen Namen googlebar. Super Vorschlag, was bedeutet schließlich schon der eigene Name? Abschließend betonte Schmidt noch einmal, dass Google ausschließlich die Interessen von Nutzern im Blick hätte und eine Regulierung deshalb gar nicht notwendig sei.

24Jun/102

Apple weiß, was du tust und jetzt auch, wo du bist

iphone4 Eigentlich wollte ich an dieser Stelle etwas über das neue iPhone-Betriebssystem iOS 4 schreiben, das Apple vor ein paar Tagen vorgestellt und veröffentlicht hat. Und dann wollte ich mich noch ein wenig darüber lustig machen, dass ältere iPhones oder andere Apple-Mobilgeräte gar nicht in den Genuss des neuen Systems kommen können, weil der Hersteller damals zu wenig Arbeitsspeicher verbaut hat, was schon irgendwie ärgerlich ist.

Aber dann bin ich auf etwas viel Interessanteres gestoßen, was zu meinem Erstaunen noch gar nicht so groß diskutiert wurde. Wie bei den meisten Softwareinstallationen muss der Anwender auch beim iOS 4 sein OK unter langweilige Klauseln setzen. Die meisten von uns werden das tun, ohne diese Dinger jemals gelesen zu haben. Und normalerweise sind diese Details auch wenig interessant. Doch die aktuellen Änderungen an den Vertragsbedingungen für iPhone-User haben es in sich. Denn klammheimlich sichert sich Apple hier die Rechte, Bewegungsdaten seiner Nuter zu erheben. Anonymisiert zwar, aber immer und überall, nicht durchschaubar für den Anwender. Außerdem sollen die hier gesammelten Daten auch an alle Diensteanbieter weitergegeben werden können.

präzise Standortdaten erheben, nutzen und weitergeben, einschließlich des geografischen Standorts Ihres Apple-Computers oder -Geräts in Echtzeit

Natürlich wird Apple und seine Partnerunternehmen die Daten hauptsächlich zu Werbe- und Marktforschungszwecken erheben wollen, und auch wird kein echtes Tabu gebrochen (Mobilfunkanbieter werden Bewegungsdaten ebenfalls aus), aber was Apple sich da zusichert, ist schon etwas mehr als eine gewöhnliche Anpassung der Geschäftsbedingungen. Auch dass Apple diese Regelungen in einem Wust an Bedingungen untergebracht hat, wo kaum ein User von ihnen Notiz nehmen dürfte, sagt vieles.

Ein paar interessante Ansätze, wie diese Daten verwertet werden können, hat Spiegel Online in einem Artikel zusammen gefasst. Dort heißt es zum Beispiel:

Die Datenspuren von Handys lassen sich aber auch für andere Zwecke auswerten. Anonymisiert übermittelt zum Beispiel der Mobilfunkanbieter Vodafone in Deutschland und anderen EU-Staaten ständig Bewegungsprofile aus seinem Netz an TomTom - für den Stauprognose-Dienst "HD Traffic". Dessen Grundprinzip: Wo sich Handys auf den Straßen kaum bewegen, gibt es ein Problem.

Grundsätzlich ist die sinnvolle Verwendung also durchaus möglich und begrüßenswert - solange die Daten tatsächlich anonymisiert aufgezeichnet werden. Sobald dies nicht mehr geschieht, und das ist nur noch ein kleiner Schritt, wird es nicht nur aus Gründen des Datenschutzes problematisch.

Ich könnte jetzt konstatieren, wie böse Apple dieses Geschäftsgebahren wirken lässt und dass ich auf keinen Fall irgendwelche Apple-Produkte erwerben werde, um meine Abneigung gegen dieses Vorgehen kund zu tun. Aber mal ehrlich - was würde das schon bringen? Alle anderen werden es früher oder später genau so machen, weil es den normalen, gewöhnlichen Benutzer nicht stört. Entweder, weil er es nicht weiß, weil es ihn nicht interessiert oder weil er es sogar begrüßt.

Übrigens, cc13.com hat gestern sein neues HTC Desire vorgestellt, dass man gut als iPhone-Alternative betrachten kann. Ich bräuchte ja eigentlich auch ein neues Handy, aber ich kann mich nicht entscheiden. Andererseits hatte ich schon länger überlegt, von meinem Mobilfunkvertrag auf die Nutzung von Prepaid Karten umzusteigen, weil das eher meinem Telefonierverhalten entspricht. Andererseits will ich aber mit einem Handy auch online gehen und ich bin mir gerade nicht sicher, ob es da kombinierte Tarife gibt. Und mein aktueller Vertrag bei O2 ist auch super, da habe ich sogar noch was von der Anfangsprämie übrig, weil ich den Anbieter gewechselt hatte. Allerdings ist da kein Tethering (mehr) möglich. Schwere Entscheidung, hm ...